Die Jugend  hilft!

                                                                                                                                                                                                                                                             
Haupt- und Realschule bietet montags Computer-Schulungen für Senioren an

Text und Fotos: Hans-J. Oschmann

- linkes Bild: Alles im Griff: Hubert Schatte (69) lässt sich von Norman Hagemann, Christoph Wollborn und Tim Heinemann die Bildbearbeitung erklären. Rektor Rolf Huchthausen (links) und Rolf Ahrens (rechts) freuen sich, dass das Projekt gut läuft. - rechtes Bild: Endlich mehr Durchblick: Wilma Bröer (2.v.l.) und Edeltraud Schaper können jetzt besser mit ihren Handys umgehen. Philipp Wolter und Steen Keller haben den beiden Frauen aus Berka die nötigen Kniffe beigebracht.

Katlenburg-Lindau. Wilma Bröer und Edeltraud Schaper fassen die Gelegenheit beim Schopf: Die beiden Frauen aus Berka lassen sich bei der Computer-Schulung in der Haupt- und Realschule in Lindau ihre Handys erklären. Schließlich sind die tragbaren Telefone im Prinzip nichts anderes als Minicomputer.

"Da haben wir jetzt ein bisschen mehr Durchblick", freuen sich die beiden übereinstimmend, nachdem ihnen Philipp Wolter und Steen Keller die technischen Feinheiten ein wenig näher gebracht haben. Aus den mitgelieferten Bedienungsanleitungen der Handys sind sie nämlich nicht wirklich schlau geworden beziehungsweise haben nach einem Blick dort hinein das Handtuch geworfen.

Klingeltöne

"Wir konnten damit bisher nur telefonieren, das wars", beschreiben die Damen ihr dürftiges Wissen über ihre Handys. Jetzt können sie einiges mehr, zum Beispiel zwischen verschiedenen Klingeltöne wählen, die Lautstärke regulieren, Telefonnummern speichern und abrufen, ihr Guthaben kontrollieren oder ein Bild aufs Display laden. Der Weg in die Schule hat sich für sie gelohnt.

Dabei sind Philipp Wolter und Steen Keller keine Pädagogen im herkömmlichen Sinn, sondern Schüler der Lindauer Lehranstalt. Die kennen sich mit Handys und Computern bestens aus, sind deshalb speziell für interessierte Senioren in die Rolle von Lehrern geschlüpft - mit Erfolg.

"Die Jugendlichen wachsen mit der Technik auf, beherrschen diese quasi im Schlaf, während ältere Menschen eine Hemmschwelle haben und sich gar nicht erst herantrauen oder mannigfaltige Probleme damit haben", beschreibt Rektor Rolf Huchthausen die Situation der unterschiedlichen Generationen. Was also liegt da näher, dass die jungen Leute interessierten Senioren auf die Sprünge helfen. Das passiert jetzt regelmäßig montags von 11 bis 13 Uhr im Computerraum - dort, wo Pädagoge Stefan Holzkamp mit der Computer AG arbeitet.

Bildbearbeitung

Norman Hagemann, Christoph Wollborn und Tim Hollstein (alle 14) sitzen mit Hubert Schatte zusammen an einem PC. Der 69-Jährige ist wissbegierig, möchte besser mit einem Computer umgehen können. "Ich lasse mir gerade zeigen, wie Bilder digital bearbeitet werden. Vielleicht kann ich ja bald meine vielen Bilder zuhause in Form bringen. Die stecken derzeit noch alle auf dem Chip."

An den übrigen Computern wird eifrig diskutiert und erklärt. Von "Ich komme schon ganz gut zurecht" bis "Für mich ist alles neu und kompliziert" reichen die Aussagen der Teilnehmer. Zehn sind es an diesem Vormittag, andere stehen bereits auf der Warteliste.

Das Projekt wird auf jeden Fall fortgesetzt, kündigt Rolf Huchthausen an.

 

Schülerfirma "Herz und Karo" der Haupt- und Realschule bastelt für Adventsmarkt

Lindau. Die Begriffe Einkauf, Produktion, Marketing und Buchführung sind für fünf Schülerinnen und Schüler der Haupt- und Realschule (HRS) Lindau nicht bloß ferne Theorie. Die Schüler befassen sich in ihrer Freizeit nicht nur mit den Begriffen, sondern setzten das Erlernte gleich in ihrer Schülerfirma "Herz und Karo" um.

Betriebszweck der neuen Schülerfirma ist es, für Veranstaltungen zu basteln, informiert Lehrer Stefan Schröder, der die Schülerfirmen der HRS betreut. Unterstützt werden die Schüler durch Rentner Rolf Ahrens. "Es macht mir Spaß zu helfen", sagt Ahrens, während er mit dem Akkuschrauber das Dach eines Nistkastens befestigt. Mit viel Engagement zeigt er den Jugendlichen bei Bedarf die richtigen Handgriffe. Ahrens, der beim "Lokalen Bündnis für Familien in Katlenburg-Lindau" mitarbeitet, ist durch seinen Tennis-Partner Thorsten Kriegel zur Schülerfirma gekommen. "Die Schülerfirma ist wichtig für die Schüler, denn sie stärkt das Selbstwertgefühl. Sie können sagen ich kann was - ich mach was", sagte HRS-Konrektor Kriegel.

Auch die Schüler sind begeistert. So auch Norman Hagemann. "Es macht mir sehr viel Spaß, handwerkliche Sachen zu machen", sagte der 14-Jährige, der oft mit seinem Opa bastelt. "Das Schöne ist, dass man hier noch was dazulernen kann", ergänzt Norman. Zur Firma, die einmal die Woche nachmittags in der Freizeit zusammenkommt, gehören auch Tobias Kirch, Maxi Großkopf, Annabelle Kaczmarek und Friederike Rien.

 

Ein Team: Zur Schülerfirma gehören Norman Hagemann (von links), Tobias Kirch, Maxi Großkopf, Stefan Schröder, Annabelle Kaczmarek, Friederike Rien und Rolf Ahrens. Foto: Schrader

Neben Nistkästen werden auch Futterkästen, Kerzenhalter und mehr gebastelt. Die Erzeugnisse wird die Firma erstmals beim Lindauer Weihnachtsmarkt am Samstag, 28. November auf dem Marktplatz anbieten. Der zweite Termin der Direktvermarktung ist der Tag der offenen Tür der Haupt- und Realschule, der am Freitag, 11. Dezember von 15 bis 18 Uhr stattfindet.